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Polen - Land & Leute

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Steckbrief | Republik Polen24h-Betreuung und Seniorenbetreuung zuhause | Betreuungslotse24 | Polen

Polen (auf Polnisch Polska) hat eine Fläche von 312.679 km2 und rund 38,4 Mio. Einwohner (zum Vergleich: Deutschland hat eine Fläche von 357.375 km2 und rund 81,7 Mio. Einwohner). Damit ist Polen flächenmäßig als auch bevölkerungsmäßig das sechsgrößte Land in der EU. Polen selbst ist in 16 Woiwodschaften (Verwaltungsbezirke/Provinzen) gegliedert; die Hauptstadt ist Warschau, die Amtssprache polnisch und die Währung ist der polnische Zloty (PLN).

 

Geschichte des Landes

Die Geschichte Polens beginnt im Jahr 966 mit der Taufe von Fürst Mieszko I. Im Gegensatz zu manchen anderen Ländern, haben die Polen ein sehr positives Verhältnis zu Ihrer Geschichte. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass die Geschichte des Landes in weiten Teilen sehr tragisch verlaufen ist und u.a. durch den Warschauer Aufstand 1944 und die 1980 entstehende 'Solidarnosc-Bewegung' geprägt wurde.

Im 16. Jahrhundert war das Land flächenmäßig der größte Staat in Europa. Die Polen haben eine sehr starke Verbundenheit zu dieser Zeit. Dies zeigt sich u.a. darin, dass immer noch viele Straßen in Polen nach den damaligen Herrschern benannt sind - wie z. B. nach Kazimierz Wielki (Kasimir III), der schon mehr als 640 Jahre tot ist.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde Polen durch die drei Teilung der Nachbarstaaten Russland, Preußen und Österreich seiner Souveränität beraubt. Erst im Jahr 1918 erlangte Polen mit dem Vertrag von Versailles seine Unabhängigkeit zurück. Trotz der über 100-jährigen ‚Löschung‘ Polens von den Landkarten Europas hat die polnische Tradition als auch die polnische Sprache überlebt - hierauf sind die Polen sehr stolz.

Nach dem zweiten Weltkrieg stand Polen als Volksrepublik Polen unter sowjetischem Einfluss. Der Höhepunkt der 'Solidarnosc Bewegung' leitete im Jahr 1989 die politische Wende in Polen ein, die dann in eine Demokratie führte. Seit 2004 ist Polen Mitglied der EU und eine der stärksten Wirtschaftsnationen in Mitteleuropa.


Die polnischen Besonderheiten

Gastfreundlichkeit

Es ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt, dass die Polen ein sehr gastfreundliches ‚Völkchen‘ sind. So wird bei einem Besuch so ziemlich alles aufgetischt, was die polnische Küche hergibt - und meistens auch viel mehr, als man mit einem gesunden Menschenverstand essen kann; Getreu dem Motto: ‚Gosc w dom, Bog w dom’. Heißt übersetzt: ‚Dass man den Gast zu Hause, wie ein Gott behandeln soll‘! Gleiches gilt übrigens auch, wenn man sich spontan besucht - nur nicht so ausgefallen.


Traditionen

Wenn man die Geschichte der Polen verfolgt, hat man ungefähr ein Gefühl dafür, warum den Polen Traditionen 'heilig' sind. Die gläubigen Polen verbringen gerade zu den kirchlichen Feiertagen wie Ostern und Weihnachten viel Zeit im Kreise ihrer Familien. In dieser Zeit kommen auch viele polnische ‚Exilpolen‘ (Gastarbeiter), die z.B. in Deutschland, Irland, Schottland, England, Frankreich und den Niederlanden leben, wieder zurück in ihre Heimat - und dann wird vor allem viel und gut gegessen. So gibt es zu den Weihnachtsfesttagen in den meisten Haushalten die gleichen Gerichte - ‚Tradycja jest Tradycja‘ - ‚Tradition ist Tradition‘ sagen die Polen: z.B. isst man an Heiligabend kein Fleisch. Stattdessen werden nur die Sachen aufgetischt, die die Menschen früher selbst gesammelt (Pilze, Nüsse usw.) bzw. geangelt haben (z.B. Karpfen). Dabei versucht man, 12 traditionelle Gerichte zu servieren - in Anlehnung an die 12 Apostel beim letzten Abendmahl. Zur Tradition gehört auch, dass an Heiligabend immer für eine Person mehr am Tisch eingedeckt wird - damit jeder, der an diesem Tag unangemeldet zu Besuch kommt, sich mit an den gedeckten Tisch setzen kann; dies gilt auch für Fremde. Vor dem Essen wird dann noch untereinander die Oblate geteilt und sich nur das Allerbeste gewünscht.

An Ostern kommt kein Osterhase zu den polnischen Kindern - und so sucht man auch keine Eier. Dafür gibt es aber eine andere schöne Tradition bzw. einen schönen Brauch. Jung und Alt bespritzen sich am Ostermontag nach Lust und Laune mit Wasser. Dieser Brauch heißt ‚Smingus Dyngus’ und wird von den Polen geliebt. In den polnischen Dörfern sind an diesem Tag noch viele Kinder und Jugendliche mit vollen Wasser-Eimern unterwegs und gönnen keinem, dass er oder sie an diesem Tage trocken bleibt - und wenn jemand auf der Straße nass gemacht worden ist und sich beschwert, dann ist man selber schuld. Schließlich hätte man ja auch zu Hause bleiben können - meinen die Polen; ‚Smingus Dyngus’ halt! 


Speisen & Getränke24h-Betreuung und Seniorenbetreuung zuhause | Betreuungslotse24 | Piroggen

Auch bei den Speisen sind die Polen sehr traditionsbewusst. So lieben sie das Essen, das man schon seit Generationen zubereitet. Die polnische Küche ist dabei sehr deftig, aber auch gesund - zu vielen Gerichten gehören natürliche Produkte wie Sauerkraut, Sauergurken, Rote Bete, Pilze und Hülsenfrüchte.
Zu den polnischen Lieblingsgerichten zählen u.a. Piroggen (eine Art Maultaschen, die es mit den unterschiedlichsten Füllungen wie Kartoffeln, Sauerkraut, Blutwurst, Pilzen, Quark oder aber auch mit Obst gibt), Bigos (ein Sauerkrauteintopf mit Speck und Kräutern) und Reibekuchen ungarische Art (große Reibekuchen mit Fleisch und Sauce).

Die Polen lieben nicht nur das Essen, sondern auch das Kochen. So verwundert es nicht, dass sie sich auch stundenlang über Rezepte austauschen können. Jede Hausfrau weiß dabei ganz genau, wo man das beste Brot, die herzhaftesten Würstchen oder die leckersten Gurken kaufen kann. Denn für die polnischen Frauen ist es sehr wichtig, dass die Familie mit den besten Zutaten versorgt wird. Auch ist es für viele selbstverständlich, dass man nur selbst Eingelegtes isst wie z.B. Gurken oder Pilze. Apropos Pilze. Die sind in unserem Nachbarland generell ein riesiges Thema. Manche sprechen sogar davon, dass die Pilzsuche das Hobby ist, welches alle Polen vereint. Sobald die Pilzsaison losgeht, findet man Jung und Alt im Wald, um die schönsten und besten Pilze zu sammeln. Das Wissen rund um die Pilze wird von Generation zu Generation weitergegeben.

Entgegen vieler Meinungen, trinken die Polen immer weniger Wodka. Viel lieber mögen sie ein gutes polnisches Bier, das es in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen gibt. Eine Besonderheit ist auch, dass man im Sommer gerne Bier mit Himbeersaft trinkt (ähnlich der Berliner Weisse). Im Winter trinkt man ebenfalls Bier mit Himbeersaft - jedoch ist das Bier jetzt erwärmt; schmeckt im Freien sehr gut, wenn es draußen so richtig schön kalt ist. Ansonsten wird zu fast allen Mahlzeiten auch Tee getrunken. Am liebsten bevorzugen die Polen hierbei schwarzen Tee mit Zucker und Zitrone.

 

Improvisationstalent

Die Polen sind wahre Improvisationsmeister. Ohne zu improvisieren, läuft in Polen so gut wie gar nichts. Vermutlich hängt das Improvisationsgeschick noch mit den ‚knappen Zeiten‘ während des Kommunismus zusammen. Gerade da musste man viel organisieren, kombinieren und improvisieren, um sich über Wasser zu halten. Um z.B. einen Farb-Fernseher zu bekommen, musste man sich vorher in eine Liste eintragen und vor dem Geschäft in Warteposition gehen, bis die Geräte endlich geliefert wurden. Falls die Lieferung bis abends noch nicht ankam, wurden zwei Personen von der Liste benannt und mussten entsprechend Nachwache halten - um da zu sein, wenn die Geräte nachts geliefert wurden. Wenn dann keine Fernsehgeräte kamen, sondern stattdessen Waschmaschinen geliefert wurden, nahmen die Leute sich die Waschmaschinen, auch wenn sie diese gar nicht benötigen. In diesem Fall wurde die Waschmaschine dann als Tauschgegenstand verwendet und z.B. gegen den gewünschten Farb-Fernseher eingetauscht. Diese Tauschmentalität und Spontanität ist den Polen bis heute erhalten geblieben. Organisieren, kombinieren, improvisieren, tauschen, kaufen und verkaufen - darin sind die Polen einsame Spitze.

Aus den kommunistischen Zeiten kommt wahrscheinlich auch die Vorliebe zum Reparieren und zur Handarbeit. Diese - aus der damaligen Not heraus geborene - Fähigkeiten und Fertigkeiten sind heute zur Selbstverständlichkeit geworden. Was in vielen Länder schon entsorgt werden muss, kann in Polen noch einmal überarbeitet und weiter genutzt bzw. verkauft werden.

 

Geselligkeit24h-Betreuung und Seniorenbetreuung zuhause | Betreuungslotse24 | polnischer Markt

Die Polen lieben es, sich mit anderen zu unterhalten oder nur so zwischendurch ein wenig zu plaudern. So ist es auch nicht verwunderlich, wenn man schon nach kurzer Zeit in den unterschiedlichsten Situationen überall Gesprächspartner findet - beim Spazierengehen, beim Einkauf, beim Arztbesuch oder in der Warteschlange. Die Polen haben sich einfach immer etwas zu erzählen.

Diese Kommunikationsfreude ist auch ein Grund, warum die kleinen Märkte in Polen so beliebt sind und sich auch gegenüber ‚neumodischen‘ Einkaufszentren immer noch behaupten können. Diee Märkte bzw. Kommunikationstreffpunkte sind dabei nicht mit denen in Deutschland zu vergleichen. Zum einen sind die Märkte in Polen täglich geöffnet und zum anderen kann man dort neben den typischen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Eiern auch viele weitere Artikel des täglichen Bedarfs kaufen; und dies auch noch zu sehr günstigen Preisen.